Torhaus und Vorderschloss
Das Torhaus
Die östliche Mauer im Bereich der inneren Tordurchfahrt weist die gleichen Gestaltungsmerkmale wie das Quadermauerwerk des Bergfriedes auf. Es ist also wahrscheinlich, dass die Ostwand der inneren Tordurchfahrt eben- falls im 12. Jahrhundert errichtet wurde und somit romanischen Ursprungs ist. Umbauten am Torhaus fanden 1416 und 1593 statt. Der Zugang zur Burg führte auch in dieser frühen Zeit schon durch dieses Tor.
Das Vorderschloss
Beim Vorderschloss handelt es sich um ein unter Markgraf Wilhelm umgebautes, ursprünglich gotisches Gebäude, das als zweckbestimmter Wohnbau mit Wehrcharakter angelegt wurde. Der Kernbau besteht aus zwei im rechten Winkel zueinander stehende Flügel mit einer Mauerstärke von ca. 2 Metern.
Besonders sehenswert ist die originale Dachkonstruktion des Kornhausbodens aus dem Jahr 1395/96 die zu den bedeutendsten ihrer Art in Deutschland gehört. Darüber hinaus beherbergt das Vorderschloss die Daueraus- stellung »Ein Machtsymbol in Stein gebaut«.
Ebenfalls im Erdgeschoss des Vorderschlosses zeigt die Aus- stellung »Gefangen-Gefoltert-Gerichtet« Strafen und deren Vollzug vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Bis 1952 wurden die Zellen als Gefängnis genutzt.
Im 1. Stock des Vorderschlosses ist die Ausstellung »Von Amts wegen« zu sehen. Sie wird zur Zeit umgestaltet und präsentiert sich ab 19. April in einem neuen Gewand den Besuchern.
Das Amt Leisnig ist aus der Burggrafschaft Leisnig hervorgegangen. Die Hauptaufgaben des Amts bestanden in der Einnahme der Geschosse (...von zuschießen), in der Ausübung der Gerichtbarkeit, militärische Aufgaben, Bewirtschaftung der zum Amt gehörenden Eigengüter und der Einnahme von Geleit und Zoll.
Die Rittersäle
Als schönste Räume der Burg gelten die Rittersäle im zweiten Obergeschoss des Vorderschlos- ses. Der Zugang zu den der Repräsentation dienenden Rittersäle erfolgte früher wahr- scheinlich über eine Holzgalerie. Für den mittleren der drei Säle konnte eine Steinluftheizung nachgewiesen werden.
Heute besteht die Möglichkeit Räume zu mieten und selbst einmal Burgherr(in) zu sein und im rustikal und feierlich zugleich wirkenden Rittersaal 1 geben sich jährlich viele Paare das »Jawort«. Köstlichkeiten, die damals dem Kurfürsten in festlich geschmückten Saal serviert wurden, werden auch heute noch z.B. zum Martinstag von Tuchsessen und Pagen gereicht.







