Bergfried
Inmitten des Burghofes steht der mit seinem Kegeldach für die Silhouette von Burg Mildenstein so prägende Hauptturm der Anlage.
Mit einem Durchmesser von 14 Metern und einer Mauerstärke von viereinhalb Metern gehört er zu den mächtigsten und beeindruc- kendsten Burgtürmen in Sachsen. Seine Höhe beträgt 32 Meter. Bis in acht Meter Höhe besteht er aus gewaltigen Quadern von Braun- kohlenquarzit. Dieses Material fand sich als Blöcke von unter- schiedlicher Größe in der Umge- bung Leisnigs und ist von den Erbauern weitgehend aufge- braucht worden. Wahrscheinlich ist der Wechsel von Naturstein zu Backstein im Mangel an weiteren großformatigen Blöcken begrün- det, denn über den großen Quadern, die teilweise als Buckel- quader mit breitem Randschlag ausgebildet sind, schließt sich bis in eine Höhe von etwa 19 Metern originales Ziegelmauerwerk an. Untersuchungen haben ergeben, dass der untere Teil des Turmes und die darauf folgenden Backsteinziegel wahr- scheinlich aus einer Zeit stammen.
Lange Zeit herrschte Unklarheit in Bezug auf das Alter des Turmes und seine einzelnen Bauphasen. Dendrochronologische Untersuchungen haben inzwischen jedoch ergeben, dass der Weiterbau mit Ziegeln spätestens im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts erfolgte. Damit gehört der Bergfried zu den ältesten Backsteinbauten im heutigen Sachsen.
Im 17. / 18. Jh. war der Zustand des Bergfriedes so schlecht, dass ein Teilabriss wegen Baufälligkeit erfolgte (Turmhöhe 1871: 20 m), bevor der Turm 1875 auf Kosten des Leisniger Altertumsverein wieder aufgebaut wurde und durch Oscar Mothes seinen charakteris- tischen, kegelförmigen Abschluss erhielt.
Ebenfalls seit 1875 ist der Berg- fried als Aussichtsturm begehbar. Von dort genießt man einen herrlichen Blick über die Stadt Leisnig und das Muldental.






